Silikone in der Kosmetik – Nachteile und silikonfreie Naturkosmetik von HATTS Naturkosmetik

Warum Silikone problematisch sein können – was hinter den Inhaltsstoffen steckt

Dimethicone, Cyclopentasiloxane, Amodimethicone – wer die INCI-Liste seiner Kosmetikprodukte genauer liest, stößt früher oder später auf Begriffe, die auf Silikone hindeuten. Diese synthetischen Verbindungen sorgen für ein angenehmes Hautgefühl und einen glatten Auftrag, stehen aber zunehmend in der Kritik. In diesem Ratgeber erfährst du, was Silikone in der Kosmetik eigentlich sind, warum sie problematisch sein können – für die Haut und für die Umwelt – und welche natürlichen Alternativen es gibt.

Was sind Silikone in der Kosmetik?

Silikone sind synthetisch hergestellte Verbindungen auf Silizium-Basis, die seit Jahrzehnten in Cremes, Shampoos, Make-up und Sonnenschutzprodukten eingesetzt werden. Chemisch handelt es sich um Polymere, die je nach Kettenlänge und Struktur flüssig, gelartig oder fest sein können. In der Kosmetik übernehmen sie vor allem eine Funktion: Sie legen sich wie ein feiner Film auf die Hautoberfläche und sorgen so für ein glattes, seidiges Gefühl.

Bekannte Vertreter sind Dimethicone, Cyclomethicone, Cyclopentasiloxane oder Amodimethicone. Sie tauchen auf der INCI-Liste meist unter Namen auf, die auf „-icone“, „-iconol“ oder „-siloxane“ enden. In der konventionellen Kosmetik gehören sie zu den am häufigsten verwendeten Inhaltsstoffen überhaupt, in zertifizierter Naturkosmetik sind sie hingegen nicht zugelassen.

Warum werden Silikone überhaupt eingesetzt?

Der Grund für die weite Verbreitung von Silikonen liegt in ihren technischen Eigenschaften. Sie lassen sich leicht verarbeiten, sind chemisch sehr stabil und verändern sich auch unter Hitze oder Licht kaum. Für Hersteller sind sie zudem kostengünstig und lange haltbar.

Auf der Haut sorgen Silikone für ein sofort spürbares Ergebnis: Sie glätten optisch, füllen kleine Unebenheiten auf und hinterlassen ein weiches Gefühl direkt nach dem Auftragen. Genau dieser Soforteffekt macht sie in der Massenkosmetik beliebt – er sagt jedoch nichts darüber aus, wie ein Wirkstoff langfristig auf die Haut wirkt.

Welche Nachteile können Silikone für die Haut haben?

Silikone bilden auf der Haut einen okklusiven Film, der die Oberfläche vorübergehend glättet. Dieser Film kann jedoch auch dazu führen, dass andere Pflegestoffe schwerer in die Haut eindringen können, da sie durch die Silikonschicht regelrecht „abgeschirmt“ werden. Wird eine silikonhaltige Creme unter weiteren Pflegeprodukten aufgetragen, kann das die Aufnahme nachfolgender Wirkstoffe beeinträchtigen.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Atmungsaktivität der Haut. Der Silikonfilm kann den natürlichen Gasaustausch sowie die Verdunstung von Feuchtigkeit über die Hautoberfläche verändern. Manche Anwenderinnen berichten zudem, dass sich Talg, Schweiß und Umweltpartikel unter dem Film sammeln können, was insbesondere bei zu Unreinheiten neigender Haut als unangenehm empfunden wird. Wissenschaftlich eindeutig belegte, allgemeingültige Aussagen zu Hautunverträglichkeiten gibt es dabei nicht – die Verträglichkeit ist individuell unterschiedlich und hängt von Hauttyp und Produktkombination ab.

Hinzu kommt ein optischer Aspekt: Der glättende Soforteffekt von Silikonen ist rein kosmetisch und oberflächlich. Er verschwindet mit dem Abwaschen wieder vollständig, da Silikone lediglich auf der Haut liegen, statt mit ihr in einen echten Pflegeprozess zu treten.

Silikone und die Umwelt

Neben der Frage der Hautverträglichkeit spielt bei Silikonen auch die Umweltbilanz eine wichtige Rolle. Silikone sind synthetische Polymere, die in der Natur nur sehr langsam oder gar nicht abgebaut werden. Über das Abwasser gelangen sie in Kläranlagen, wo sie sich nur teilweise herausfiltern lassen, und können anschließend in Gewässer und Sedimente übergehen.

Besonders die sogenannten cyclischen Silikone – etwa Cyclopentasiloxan (D5) oder Cyclohexasiloxan (D6) – stehen im Fokus von Umweltbehörden. Innerhalb der EU wird die Verwendung bestimmter cyclischer Silikone in abspülbaren Kosmetikprodukten bereits reguliert, da sich diese Stoffe in der Umwelt anreichern können. Das ist einer der Gründe, warum Naturkosmetik grundsätzlich auf Silikone verzichtet – unabhängig davon, ob ein Produkt abgespült wird oder nicht.

Wer bei der Wahl seiner Pflegeprodukte auch auf Nachhaltigkeit und kurze Wege achtet, profitiert somit gleich doppelt: von einer bewussteren Rohstoffauswahl und einer geringeren Umweltbelastung durch schwer abbaubare Stoffe.

Naturkosmetik ohne Silikone – welche Alternativen gibt es?

In der Naturkosmetik übernehmen pflanzliche Öle, Wachse und Butter die Aufgaben, die in konventionellen Produkten oft durch Silikone gelöst werden. Sie pflegen die Haut auf natürliche Weise, ohne einen künstlichen Film zu hinterlassen, und werden von der Haut in der Regel gut aufgenommen.

Pflanzliche Öle als natürliche Alternative

Öle wie Arganöl, Jojobaöl oder Sesamöl enthalten von Natur aus Fettsäuren, Vitamin E und weitere pflegende Bestandteile. Sie können die Haut geschmeidig machen und zur Versorgung mit Feuchtigkeit beitragen, ohne dabei eine abschließende Kunststoffschicht zu bilden. Auch Sesamöl gilt in der Naturkosmetik als vielseitiger, oft unterschätzter Inhaltsstoff mit pflegenden Eigenschaften.

Pflanzliche Wachse wie Sheabutter oder Latschenkiefer-Extrakte sorgen zusätzlich für Geschmeidigkeit und ein angenehmes Hautgefühl, ohne die Haut abzudichten. Gerade bei beanspruchten oder trockenen Händen zeigt sich, dass eine Kombination aus natürlichen Ölen und Wachsen eine echte Alternative zu silikonhaltigen Cremes sein kann.

Auch beim Thema Vorteile von Naturkosmetik wird deutlich: Der Verzicht auf Silikone ist meist Teil eines größeren Konzepts, das auf pflanzliche, naturidentische Inhaltsstoffe setzt. Was genau "naturidentisch" in diesem Zusammenhang bedeutet, lohnt sich ebenfalls genauer zu betrachten.

Wie erkennst du Silikone auf der INCI-Liste?

Silikone lassen sich anhand ihrer Endungen auf der Zutatenliste meist gut identifizieren. Typische Erkennungsmerkmale sind:

  • Endung auf „-icone“, z. B. Dimethicone, Cyclomethicone
  • Endung auf „-iconol“, z. B. Dimethiconol
  • Endung auf „-siloxane“, z. B. Cyclopentasiloxane, Cyclohexasiloxane
  • Bezeichnungen mit dem Wortbestandteil „Silic-“ oder „Silan-“

In echter Naturkosmetik sind diese Inhaltsstoffe grundsätzlich nicht enthalten, da die zugrunde liegenden Standards Silikone ausschließen. Wer die INCI-Liste vor dem Kauf liest, kann so schnell erkennen, ob ein Produkt silikonfrei formuliert ist.

Fazit

Silikone sorgen für einen angenehmen Soforteffekt auf der Haut, sind chemisch sehr stabil und deshalb in der konventionellen Kosmetik weit verbreitet. Problematisch können sie vor allem deshalb sein, weil sie die Aufnahme anderer Pflegestoffe beeinträchtigen können, sich unter Umständen Rückstände unter dem Film ansammeln können und sie in der Umwelt kaum oder nur sehr langsam abgebaut werden. Pflanzliche Öle, Wachse und Butter bieten eine natürliche Alternative, die pflegt, ohne einen künstlichen Film zu hinterlassen. Ein Blick auf die INCI-Liste hilft dabei, silikonhaltige von silikonfreien Produkten zu unterscheiden.

Silikonfreie Pflege entdecken

Häufige Fragen zu Silikonen in der Kosmetik

Was sind Silikone in der Kosmetik?

Silikone sind synthetisch hergestellte Polymere auf Silizium-Basis, die in vielen Pflegeprodukten für ein glattes Hautgefühl sorgen. Sie legen sich als feiner Film auf die Haut und füllen dabei optisch kleine Unebenheiten auf. Bekannte Vertreter sind Dimethicone und Cyclopentasiloxane. In zertifizierter Naturkosmetik sind sie nicht enthalten.

Warum verzichtet Naturkosmetik auf Silikone?

Naturkosmetik verzichtet auf Silikone, weil die zugrunde liegenden Zertifizierungsstandards ausschließlich natürliche und naturidentische Rohstoffe zulassen. Zudem gelten Silikone als schwer abbaubar und können sich in der Umwelt anreichern. Stattdessen kommen pflanzliche Öle und Wachse zum Einsatz, die die Haut ohne künstlichen Film pflegen.

Kann man Silikone auf der Haut sehen oder spüren?

Ja, Silikone erzeugen direkt nach dem Auftragen ein spürbar glattes, seidiges Gefühl und können die Hautoberfläche optisch ebenmäßiger erscheinen lassen. Dieser Effekt ist jedoch rein oberflächlich und verschwindet beim nächsten Waschen wieder vollständig. Er beruht nicht auf einer Veränderung der Hautstruktur selbst.

Wie erkenne ich Silikone auf der Inhaltsstoffliste?

Silikone lassen sich meist an Endungen wie „-icone“, „-iconol“ oder „-siloxane“ in der INCI-Liste erkennen, etwa bei Dimethicone oder Cyclopentasiloxane. Auch Begriffe mit dem Wortbestandteil „Silic-“ deuten auf silikonhaltige Inhaltsstoffe hin. Ein Blick auf die Zutatenliste vor dem Kauf schafft hier schnell Klarheit.

Sind Silikone schädlich für die Umwelt?

Bestimmte Silikone, insbesondere cyclische Verbindungen wie D5 und D6, werden in der Umwelt nur sehr langsam abgebaut und können sich in Gewässern und Sedimenten anreichern. Aus diesem Grund wird ihr Einsatz in bestimmten Kosmetikprodukten innerhalb der EU bereits reguliert. Silikonfreie Produkte vermeiden diese Problematik grundsätzlich.

Ist silikonfreie Pflege für jeden Hauttyp geeignet?

Silikonfreie, ölbasierte Pflege eignet sich grundsätzlich für die meisten Hauttypen, da natürliche Öle und Wachse die Haut versorgen, ohne sie abzudichten. Welche Textur und Rezeptur am besten passt, hängt jedoch vom individuellen Hautbedürfnis ab. Bei stark beanspruchter oder empfindlicher Haut kann eine gezielte Produktauswahl zusätzlich sinnvoll sein.

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